6.Runde 

Stadtmeister Ulrich Arnold verteidigte am frühen Morgen den Titel vorzeitig 


Tisch TNr Teilnehmer Tite Punkte - TNr Teilnehmer Tite Punkte Ergebnis At
1 1. Arnold,Ulrich   (5) - 2. Uhlich,Wilfried   (3½) ½ - ½  
2 4. Nebel,Uwe   (3) - 10. Broich,Rene   (3) 1 - 0  
3 8. Reich,Kurt   (3) - 5. Maibaum,Ludwig,D   (3) 0 - 1  
4 3. Schäfer,Martin   (2½) - 9. Kopp,Udo   (2) 1 - 0  
5 13. Langer,Joachim   (1) - 7. Hess,Marcel   (2½) 0 - 1  
6 11. Gorny,Olaf   (2½) - 12. Obdenbusch,Axel   (0) 1 - 0  
7 6. Neumann,Helmut   (2) - 14. Berner,Enrico   (2) 1 - 0  

Entscheidungen um Plätze zwei und drei weiter offen

Am frühen Freitagmorgen holte Ulrich Arnold in der sechsten Runde der Schach-Stadtmeisterschaft nach einem intensiven Ringen ein Remis gegen seinen härtesten Verfolger und ist nun nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Auf die nächsten beiden Plätze können sich noch sechs Teilnehmer Hoffnungen machen.

An Brett 1 versuchte der Titelverteidiger Ulrich Arnold mit Weiß den Titel vorzeitig zu verteidigen, sein Gegner Wilfried Uhlich, Schwarz, dies durch einen Sieg zu verhindern und seine Chancen auf Platz zwei untermauern. Das Spiel der beiden Kontrahenten war lange nahezu ausgeglichen: Schwarz spielte nach 46 Zügen mit fünf Bauern und Läufer gegen vier weiße Bauern und Springer, beide Spieler verfügten auch noch über ein Turmpaar. Schwarz hatte auf der h-Linie bereits einen Freibauern, versuchte auch am Damenflügel mit seinen Bauern Druck zu machen und lehnte zwei Remisangebote von Weiß ab. Doch Weiß konnte den Druck lockern und durch ein geschicktes Springerspiel Materialvorteil erlangen. In einem rasanten Finish nach Mitternacht, kurz vor beidseitiger Zeitkontrolle, kam es zu einem dramatischen Figurenabtausch, nach dessen Ende Weiß mit König und einer Leichtfigur dem schwarzen König gegenüberstand: Remis! Weiß behielt seinen 1,5-Punkte-Vorsprung vor dem letzten Spieltag, das bedeutete die Titelverteidigung.  

Aus dem Feld der Verfolger mit bisher je drei Punkten aus fünf Spielen trafen an Brett 2 Uwe Nebel mit Weiß und René Broich mit Schwarz aufeinander. Als Antwort auf die Sizilianische Verteidigung setzte Weiß mit dem Morra-Gambit fort, betrieb das aktivere Spiel und brachte Schwarz damit in eine gedrückte Stellung. Schwarz gab nach dem 16. Zug auf, als er einen Springer ohne Kompensation verlor.  

Kurt Reich spielte mit Weiß an Brett 3 gegen Dr. Ludwig Maibaum, Schwarz, und baute eine aussichtsreiche Stellung auf. Schwarz konnte dann aber ausgleichen. Im Turmendspiel bei gleichem Material und spiegelbildlicher Bauernstruktur schien Schwarz dann den aktiveren Turm zu haben. Nach einem Turmtausch wickelte Weiß in ein Bauernendspiel ab, fand hier aber mehrmals nicht den besten Zug, so dass Schwarz seine Bauern vielversprechend vorspielen konnte. Weiß gab nach dem 49. Zug auf.

Martin Schäfer trat mit Weiß gegen Udo Kopp mit Schwarz an Brett 4 an und spielte die Drachenvariante der Sizilianischen Eröffnung im Anzug. Nach und nach erarbeitete er sich Vorteile, so dass Schwarz nach dem 58. Zug aufgab.

Joachim Langer erwartete an Brett 5 mit Weiß Marcel Hess, der mit Schwarz spielte und gewinnen musste, um Platz drei nicht aus dem Auge zu verlieren. Nach einer Eröffnung als Läuferspiel konnte Schwarz den Gegner mehr und mehr unter Druck setzen und im 24. Zug dann ein Damenschach auf f7 mit weißem Figurenverlust geben. Weiß gab auf. 

An Brett 6 saßen sich mit Helmut Neumann, Weiß, und Enrico Berner, Schwarz, der älteste und der jüngste Wettkampfteilnehmer gegenüber. Über mehr als dreißig Züge war die Partie nach Material ausgeglichen und die Jugend konnte dem Alter Paroli bieten. Weiß lehnte im Vertrauen auf seine jahrzehntelange Erfahrung und taktischen Finessen zwei Mal ein Remisangebot von Schwarz ab und konnte nach 58 Zügen den Gegner so unter Druck setzen, dass dieser aufgab.

An Brett 7 spielte Olaf Gorny mit Weiß gegen Axel Obdenbusch mit Schwarz eine sich symmetrisch entwickelnde Englische Eröffnung. Lange war die Partie ziemlich ausgeglichen, bis es Weiß gelang, Schwarz in eine Springergabel zu lenken und sich im 31. Zug die Qualität zu sichern. Im Endspiel kämpfte Schwarz mit Turm und Läufer gegen zwei weiße Türme und konnte die Umwandlung des h-Bauern noch verhindern. Dann aber drang das Turmpaar in die siebte und acht Reihe ein, hebelte die Verteidigungskette der schwarzen Bauern aus und schuf zwei Freibauern. Schwarz gab nach 64 Zügen auf.