Wilfried Uhlich neuer Schnellschachmeister - Überraschung in der Schlussrunde entscheidet Titelkampf

Wilfried Uhlich verteidigte seine Führung bis zum Meistertitel im Schnellschach (Foto: A. Obdenbusch)
Wilfried Uhlich verteidigte seine Führung bis zum Meistertitel im Schnellschach (Foto: A. Obdenbusch)

Sechs Runden führten sie Kopf an Kopf: Wilfried Uhlich und Uwe Nebel – nur durch Unterschiede in der Feinwertung getrennt. Obwohl Uhlich in der letzten Runde lediglich remisierte, reichte ihm der halbe Punkt zum Titelgewinn im Schnellschach.

Ulrich Arnold (3 Punkte) empfing mit Weiß an Brett zwei den Spitzenreiter Wilfried Uhlich (5 ½ Punkte) mit der Larsen-Eröffnung, die Schwarz mit einer Caro-Kann-Verteidigung parierte. Die Partie endete überraschend als erste, da Weiß früh Remis anbot und Schwarz annahm.

Damit hatte es der Zweitplatzierte, Uwe Nebel (5 ½ Punkte) mit Schwarz an Brett zwei, selbst in der Hand, durch einen Sieg gegen Wolfgang Ritter (3 ½ Punkte) doch noch Schnellschachmeister zu werden. Im Endspiel übersah er jedoch ein Zwischenschach in einer Kombination von Weiß und musste nach 56 Zügen überraschend aufgeben; die große Titelchance war dahin.

Lars Schäpers (4 Punkte) konnte mit Weiß an Brett drei den Kampf um Platz drei gegen seinen direkten Konkurrenten, Felix Pennig (4 Punkte), für sich entscheiden, da sein Gegner durch die Zeitkontrolle verlor. Ebenso erging es Helmut Neumann mit Weiß an Brett fünf gegen Dr. Hass Daebel. Martin Schäfer gewann kampflos mit Weiß gegen Dr. Ludwig Maibaum und Udo Kopp schlug ebenfalls mit Weiß an Brett sechs Joachim Langer. Olaf Gorny spielte mit Weiß an Brett sieben gegen Axel Obdenbusch eine Englische Eröffnung; nach einer intensiven Partie und 61 Zügen trennten sich beide Remis.

Ungeschlagener Schnellschachmeister 2016 wurde somit Wilfried Uhlich mit 6 Punkten vor Uwe Nebel (5 ½ Punkte) und Lars Schäpers (5 Punkte). Auf den weiteren Plätzen folgten Wolfgang Ritter und Martin Schäfer (jeweils 4 ½ Punkte) vor Felix Pennig und Dr. Hasso Daebel (jeweils 4 Punkte).

Spannung bei Schnellschachmeisterschaft steigt. Nach Remis in Spitzenbegegnung holen Verfolger auf

Lars Schäpers gewann überraschend das Verfolgerduell an Brett zwei (Foto: A. Obdenbusch)
Lars Schäpers gewann überraschend das Verfolgerduell an Brett zwei (Foto: A. Obdenbusch)

(ao). Wer eine Vorentscheidung in der vierten Runde der Schnellschachmeisterschaft der SG Drewer erwartet hatte, wurde enttäuscht. Vielmehr rückten die vorne platzierten Spieler noch dichter zusammen.  

 

An Brett eins saßen sich die beiden einzigen bisher verlustpunktfreien Spieler, Wilfried Uhlich mit Weiß und Uwe Nebel mit Schwarz, gegenüber. Schwarz spielte eine Variante der Holländischen Verteidigung, die ihm allerdings eine Zeit lang Entwicklungsrückstand, eine gedrückte Stellung und eine unsichere Königsstellung bescherte. Erst nach mehr als 20 Zügen konnte sich Schwarz befreien, ein erfolgreiches Gegenspiel bestreiten und nach 27 Zügen remisieren.

 

An Brett zwei saßen sich mit Lars Schäpers, Weiß, und Ulrich Arnold, Schwarz, zwei Verfolger in einem abgelehnten Damengambit gegenüber. Weiß eroberte im Mittelspiel zwei Springer für einen Turm, spießte im 21. Zug die beiden schwarzen Türme auf, so dass Schwarz aufgab und Weiß etwas überraschend den Punkt holte.

 

Im zweiten Verfolgerduell erreichte Wolfgang Ritter gegen Martin Schäfer an Brett drei mit Hilfe einer Zwickmühle ein Remis. An Brett vier spielte Dr. Ludwig Maibaum, Weiß, gegen Felix Pennig eine Englische Eröffnung; nachdem er im Mittelspiel die Möglichkeit zu Dauerschach und Remis nicht gesehen hatte, gab er nach dem 29. Zug auf. An Brett fünf bezwang Helmut Neumann mit Weiß Olaf Gorny. An Brett sechs gewann Dr. Hasso Daebel mit Weiß gegen Joachim Langer, der nach einem Turmverlust aufgab. Axel Obdenbusch unterlag mit Weiß an Brett sieben Christian Horstig: Nach dem der weiße Angriff am Königsflügel steckengeblieben war, konnte Schwarz kurz vor der Zeitkontrolle nach mehr als vierzig Zügen einen Bauern spielentscheidend in eine Dame umwandeln.

 

Nach vier Runden führen Uwe Nebel und Wilfried Uhlich gemeinsam mit 3 ½ Punkte. Dahinter liegen die beiden jüngsten Teilnehmer, Lars Schäpers und Felix Pennig (je 3 Punkte), gefolgt von Martin Schäfer und Wolfgang Ritter (je 2 ½ Punkte). 

Schnellschach-Favoriten weiter auf Kurs

(ao.) Die zweite Runde der Schnellschachmeisterschaft der SG Drewer 54 im Sönke-Wortmann-Bau des ASGS-Gymnasiums verlief ohne Überraschungen.

Dr. Ludwig Maibaum spielte mit Weiß eine Englische Eröffnung, die Ulrich Arnold mit einer Igelstellung parierte; Weiß verlor zwei Bauern, musste im Endspiel eine Treibjagd auf seinen König zulassen und gab nach mehr als 30 Zügen auf. Wilfried Uhlich gewann mit Weiß gegen Lars Schäpers nach einem Damengambit im Laufe der Partie die Qualität; als in Zeitnot noch ein Springer verloren ging, gab Schwarz im 39. Zug auf. Dr. Hasso Daebel geriet nach einer ungewöhnlichen Eröffnung positionell in Schwierigkeiten, büßte einen Springer ein und gab die Partie schon bald verloren.  

Uwe Nebel, Weiß, eröffnete mit dem Königsspringer gegen Felix Pennig und erspielte sich zwei Mehrbauern, die ihm bei zunehmendem Zeitdruck für Schwarz zum Partiegewinn reichten. Wolfgang Ritter spielte mit Weiß gegen Christian Horstig eine Italienische Partie; Schwarz konnte einen Minusbauern bis zur Zeitkontrolle nicht mehr kompensieren und verlor die Partie nach 23 Zügen. Udo Kopp, Weiß, konfrontierte Helmut Neumann mit einer Spanischen Eröffnung; nachdem die Partie lange ausgeglichen war, konnte sich Schwarz im Endspiel dann doch durchsetzen. Die Partie Olaf Gorny gegen Joachim Langer muss nachgeholt werden.

Nach der zweiten Runde führen Ulrich Arnold, Uwe Nebel, Martin Schäfer und Wilfried Uhlich mit jeweils zwei gewonnenen Partien.